Geräuschangst verstehen. Warum Hunde auf Feuerwerk so unterschiedlich reagieren

Shownotes

Feuerwerksangst beim Hund. Ursachen verstehen und richtig helfen

Für viele Hunde gehören Feuerwerk, Böller und laute Knallgeräusche zu den größten Stresssituationen überhaupt. Doch warum entwickeln manche Hunde eine ausgeprägte Geräuschangst, während andere völlig gelassen bleiben?

In dieser Folge erklärt Lisa, wie Geräuschangst entsteht, warum Schmerzen und körperliches Unwohlsein dabei oft eine entscheidende Rolle spielen und weshalb Angst vor Feuerwerk viel mehr ist als ein reines Verhaltensproblem.

Außerdem gibt sie zahlreiche praktische Tipps, wie Hundehalter ihre Vierbeiner vorbeugend unterstützen können, welche Maßnahmen an Silvester oder anderen Feuerwerksereignissen wirklich helfen und warum moderne Medikamente in bestimmten Fällen eine sinnvolle Unterstützung sein können.

In dieser Folge erfährst Du unter anderem: -Warum Feuerwerk für Hunde so belastend ist -Welche Rolle Schmerzen und körperliches Wohlbefinden spielen -Wie Geräuschangst entsteht und warum sie häufig zunimmt -Welche Fehler Hundehalter vermeiden sollten -Was Du an Silvester konkret tun kannst, um Deinem Hund Sicherheit zu geben -Wann Training sinnvoll ist und warum nicht erst am Tag des Feuerwerks -Welche Medikamente heute zur Verfügung stehen und warum sie nichts mit "ruhigstellen" zu tun haben -Weshalb Prävention schon im Welpenalter beginnt

Eine Folge für alle Hundehalter, die ihren Hund besser verstehen möchten und ihm helfen wollen, Feuerwerk und laute Geräusche möglichst entspannt zu erleben.

Transkript anzeigen

00:00:01: Willkommen bei Bellenbock und Weißen, dem tierärztlichen Podcast rund um die Themen Bewegungsapparat, Schmerzfreiheit- und Verhaltensmedizin.

00:00:11: Mein Name ist Lisa Leuthardt, ich bin Tierärztin und seit fünfzehn Jahren in eigener Tierarztpraxis selbstständig in der Schweiz mit den Schwerpunkten Chiropraktik, Akkupunktur, Schmertbehandlung und Verhaltensmedizin.

00:00:26: In diesem Podcast geht es darum Tiere besser zu verstehen und sie durch passende Bewegung, Ernährung und Beschäftigung körperlich und geistig fit zu halten.

00:00:36: Damit wohlbefinden nicht dem Zufall überlassen ist!

00:00:41: In dieser Folge geht es um die Geräuschangst beim Hund – und zwar ganz genau um die Angst vor den Geräuschen von Feuerwerken, Knallern und Böllern.

00:00:50: Herzlich Willkommen zur neuen Folge.

00:00:53: Es ist Juli und hier in der Schweiz steht der erste August bevor.

00:00:57: Und das ist der Nationalfeiertag, an dem wird hier in den meisten Gemeinden geknallt.

00:01:03: Das heißt wir haben dieses Problem zweimal im Jahr.

00:01:07: Ich merke dass es ein großes Thema bei den Hunden und entsprechend auch bei ihren Haltern ist wenn ich so frage in der Praxis.

00:01:15: Die spiegelt das wieder und die ist von Blackwell aus dem Jahr zeigten.

00:01:21: Dort wurden Hundehalter befragt, etwa die Hälfte der Hundehalter gab an, dass ihr Hund eine übersteigerte Geräuschempfindlichkeit zeigt.

00:01:31: Das deckt sich ziemlich mit dem was ich hier in der Praxis sehe.

00:01:35: Ja, aber warum hat denn der Hund mit Feuerwerken so Mühe?

00:01:40: Wie entsteht das Ganze.

00:01:41: Was kann man machen?

00:01:42: Management, Vorsorge, Therapie – da sprechen wir heute drüber!

00:01:46: Warum ist Feuerwerk ein spezielles Thema für den Hund?

00:01:50: Also ich glaube, wir müssen zwei große Sachen unterscheiden.

00:01:53: Es gibt Hunde und es sind die ganz wenigen, die ein echtes Knalltrauma erlebt haben.

00:02:00: Beispielsweise wurde eine Rakete gezündet Ungeplant gegen den Hund geflogen und dort explodiert.

00:02:07: Dieser Hund hat wirklich ein Trauma erlebt, und es bedarf einer anderen Therapie.

00:02:12: Die klammer ich hier an dieser Stelle aus und über die sprechen wir nicht.

00:02:16: Ich spreche heute über die Hunde, die kein offensichtliches Trauma erlebten haben.

00:02:21: aber sie sagen wenn das knallt ich habe totale Angst Und ich spreche darüber wie diese angst entsteht und wie wir eben dem vorbeugen können oder was wir dann tun können.

00:02:30: Was wenn die angst dann doch da ist?

00:02:33: Also das ganz Schwierige an dieser Feuerwerksangst, nenne ich sie mal ist dass die total abstrakt ist.

00:02:40: Der Hund weiß gar nicht wo kommt das Geräusch her?

00:02:43: Er kann es nicht direkt zuordnen.

00:02:45: Manchmal nicht die Richtung, manchmal sieht man gar nicht so richtig was passiert und vor allen Dingen ist es nicht kontrollierbar.

00:02:53: Und damit ist es auch relativ eng verwandt mit zwei anderen Ängsten und zwar mit der Angst vor Gewitter Auch da können wir das nicht so gut kontrollieren oder auch Angst vor Insekten, die auf einen zugeflogen kommen.

00:03:05: Die mir vielleicht hört und noch nicht da sind ... Es lohnt sich immer an allen möglichen Ängsten zu arbeiten.

00:03:14: Manchmal bringt ein allgemeines Wohlbefinden mehr was für eine andere Angst.

00:03:19: aber grundsätzlich ist ne Feuerwerkangst eine separate Angst, die man separat angehen muss.

00:03:27: Also ich spreche hier über diese Hunde, die eben wirklich sagen es knallt und ich hab Angst.

00:03:32: Ganz, ganz oft haben diese Hunde eine Verknüpfung gemacht.

00:03:35: Und zwar wenn die nicht in ihrem körperlichen Wohlbefinden sind beispielsweise Schmerzen haben.

00:03:41: also wir nehmen zum Beispiel den Hund der bis fünf Jahre keine Geräuschängste hatte und dann geht er spazieren da hat aber etwas Spondylose und ab und zu mal Rückenschmerzen.

00:03:55: dann ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass der Hund sagen wird.

00:04:05: Es hat geknallt und dein Herz mir

00:04:06: weh.".

00:04:07: Das heißt dort findet eine Verknüpfung statt!

00:04:10: Wenn das beim nächsten Mal wieder passiert, es knallt... Der Hund kriegt wieder einen Schreck und er hat schon diese Erwartungshaltung und ist gestresst und zieht sich mehr zusammen.

00:04:18: Da ist es so ne selbst erfüllende Prophezeiung.

00:04:20: Ah, das wusste ich.

00:04:21: Wenn dieses Geräusch kommt?

00:04:23: Dann ist es schlimm.

00:04:24: Und das Problem ist, dass sich das mit jeder Exposition also mit jedem mal dieser Situation zu Gemüte fühlen, dass es eigentlich immer schlimmer wird oder sich bestätigt.

00:04:37: Und das Problem ist auch, dass wir bei anderen Sachen besser kontrollieren können.

00:04:42: Dass man sagt, man geht weg und schafft einen Raum von etwas, was Angst auslöst.

00:04:47: Wenn zum Beispiel ein Hund Angst hat vor einer Kuh und die steht auf der Weide, dann kann ich erst mal mit dem Hund weiter wegtrainieren.

00:04:54: Umso besser es geht, kann ich näher dran gehen.

00:04:56: Beim Feuerwerk ist es manchmal super schwierig ... bis gar nicht kontrollierbar, also dass ich zwar sehe, das ist jetzt im Nachbardorf.

00:05:05: Aber es kann ja auf einmal auch in der anderen Richtung losgehen.

00:05:08: Das heißt wir haben da nicht so die Kontrolle drüber und es macht es viel schwieriger.

00:05:12: Wenn wir beispielsweise zu Hause krach machen, das kann man total gut üben Dass man die Hunde an Alltagsgeräusche gewöhnt Dann können wir das unter Kontrolle halten.

00:05:20: Also wenn ich mit einem Löffel auf einen Topf-Rumschlage, da kann ich auch eben für Abstand sorgen.

00:05:26: Ich kann das gezielt unterbrechen und in einem bestimmten Moment das Geräusch

00:05:30: machen.".

00:05:31: Und dieses total abstrakte Nichtzuordnungsbare schafft eine große Unsicherheit.

00:05:37: Und dann kommt oftmals dieses körperliche Unwohlsein dazu.

00:05:41: Dann gibt es so eine Verknüpfung – die ist nicht gut!

00:05:43: Das ist das was wir immer sehen.

00:05:45: D.h.,

00:05:46: wenn ich ein Hund habe der Jahre lang okay war mit diesen Geräuschen Das hat ja nichts mit mir zu tun.

00:05:54: Und plötzlich zeigt er eine starke Symptomatik, dann wäre mein erster Gedanke immer das körperliche Wohlsein des Hundes zu checken also zum Beispiel zum Tierarzt des Vertrauens zu gehen und den Hunden mal untersuchen zu lassen und zu schauen ob wir da nicht was finden.

00:06:09: Und das ist ganz auf der Fall!

00:06:11: Das könnte beispielsweise rücken wie sein, es könnte aber auch etwas ganz anderes sein zb ein internistisches Problem Also auch einen Hund mit Bauch wie?

00:06:20: Denn der ein Schreck bekommt der nimmt sein Problem mehr wahr, verknüpft das.

00:06:26: Dann kann ja auch diese Knallerei zu Stress führen und das medizinische Problem verstärken.

00:06:31: Und dann sind wir in so einer Teufelspirale

00:06:33: drin.".

00:06:35: Das heißt – ich habe das schon ganz oft gesagt – aber auch hier müssen wir wieder bedenken, wir sollten nicht gucken….

00:06:41: Ist es ein Verhaltensproblem?

00:06:42: Ist das rein psychisch oder ist es ein medizinisches Problem?

00:06:46: Ist es reinkörperlich?

00:06:48: Psyche!

00:06:49: Und die organische Gesundheit, das geht miteinander einher.

00:06:53: Das ist total wichtig!

00:06:55: Das heißt wir müssen uns auch um beides kümmern.

00:06:58: Also wenn jetzt dieser Hund zum Beispiel fondulose hat dann müssen wir beispielsweise einen Schmerzmanagement machen und uns vielleicht noch zusätzlich um dieses ich sag's mal Verhaltensproblem.

00:07:09: also es äußert sich ja nur in dem Verhalten kümern als auf allen Ebenen den Hund möglichst wohlmachen.

00:07:16: Und ganz wichtig ist, dass Geräuschangst keine Krankheit ist.

00:07:19: Sondern nur ein Symptom.

00:07:20: Also etwas was der Hund zeigt und es gibt uns eine Information und wir müssen wieder gucken wo kommt das denn her?

00:07:26: Ich finde, dass es aber sehr hilft wenn man sich vorstellt Wenn der Hund, wenn's dem super geht und er ist gedanklich in der Karibik und ihm gehts mega gut und er is fit und alle Grundbedürfnisse sind erfüllt dann kann er viel besser was kompensieren.

00:07:42: Und wenn der eben körperliches Unwohlsein hat, wie beispielsweise Schmerz dann kann er nicht mehr so gut kompensieren.

00:07:49: Ich finde ein gutes Beispiel für das ist auch wenn wir uns vorstellen dass wir an der Supermarktkasse stehen.

00:07:55: Positiv Beispiel Wohltemperierter per Markt Nicht viel los Ein angenehmes Licht Angenehme Musik Wir haben Feierabend, wir freuen uns auf ein gemütliches Wochenende.

00:08:08: Alles ist gut und auf einmal fährt uns jemand von hinten mit einem Einkaufswagen mit ordentlich Schwung in die Hacke!

00:08:14: Wenn es uns so gut geht, ist die Wahrscheinlichkeit viel größer, dass wir uns umdrehen und sagen kein Problem kann ja jedem mal passieren.

00:08:22: Und wenn wir aber in einen Supermarkt gehen, die kennen wir auch alle mit flackernem hellen Neonlicht... Es ist viel zu heiß, die Klimaanlage ist ausgefallen.... Laut es stinkt, die Leute sind alle gestresst genervt.

00:08:35: Sie drängeln vor wir haben noch ganz viele Einkäufe auf dem Arm und Fels fast runter.

00:08:40: jetzt habe ich ja noch rücken.

00:08:41: wie in dem Moment fährt mir auch jemand mit ordentlich schmungen die hacken.

00:08:45: meine reaktion wird ziemlich sicher anders sein und können sie nicht aufpassen Und meine kapazität auf das noch freundlich zu reagieren ist geringer.

00:08:54: Und so ist das beim Hund halt auch und deshalb sollten wir immer wieder dafür sorgen, dass unser Hund sowohl wie möglich ist oder unsere Tiere weil die natürlich ganz andere Antwortenmöglichkeiten haben.

00:09:05: Die Antworten müssen sie geben auf verschiedene Sinneseindrücke.

00:09:08: Sie können ja kommen über es riechen, überschauen, übers hören.

00:09:12: Hören ist hier eben ganz wichtig bei der Knallerei oder den Feuerwerken.

00:09:17: Der Hund interpretiert diese Sinneseindrücke Und das macht er aufgrund von Erfahrung und stellt auch Vergleiche dar.

00:09:27: Also wenn der Hund schon ganz viele harmlose, laute Geräusche gehört hat, ein Staubsauger im Haushalt und vielleicht auch manchmal dass da eine Schublade zuknallt man kann mit einem Kochlöffel gegen einen Topf hauen.

00:09:41: Das stört den Hund nicht oder auch vom Halsband.

00:09:45: Der Ring schlägt immer wieder an der metalligen Futterschüssel an und es ist alles nicht so schlimm Dann ist vielleicht die Wahrscheinlichkeit geringer, dass der Hund eine Angst entwickelt wenn draußen mal ein Geräusch entsteht was nicht so geplant war.

00:09:59: Und das heißt es gibt schon verschiedene Erfahrungswerte und wenn es tausend Situationen gab die ungefährlich waren ist die Wahrscheinigkeit dass die tausende erste Situation als ungefährlich eingestuft wird auch deutlich wahrscheinlicher.

00:10:12: Also wir sollten unseren Tieren möglichst viel von der Welt zeigen und ganz viel positiv verknüpfen, und das ist ja auch das was zum Beispiel bei einer positiven oder bei einer guten Aufzucht beim Züchter beispielsweise stattfinden sollte dass die Hunde an gewisse Sachen gewöhnt sind.

00:10:28: Und ja!

00:10:29: Der Hund hat also vergleichswerte im besten Fall, also ganz viele positive Vergleichswerte, der zehn Wochen im Keller in einer Wurfkiste saß, nichts gesehen hat und nicht viel verschiedene Geräusche und Eindrücke kennt.

00:10:45: Der hat keine gute Vergleichsbasis.

00:10:48: Und ja, er wird das viel schneller als negativ einstufen oder bewerten.

00:10:55: Dann kommt es eben darauf an wieviel Stress herrscht in diesem Moment?

00:10:58: Dementsprechend findet dann eine Reaktion statt.

00:11:01: also die könnte lauten ich habe Angst weil immer wenn's knallt hab' ich Schmerzen Und deshalb entwickle ich eine Angst vor diesem Geräusch.

00:11:10: Ich nenne jetzt mal ein Positivbeispiel, das gibt es nämlich auch nicht einfach per se jeder Knall macht bei jedem Tier Stress sondern wenn wir uns vorstellen alle Hunderassen die so gerne aportieren also die Retriever die zurückbringen sozusagen Die haben ne andere Verknüpfung zum Thema knall Nämlich ganz oft wenn man bei denen in den Himmel schieß zumindest bei dem Jagdlicht geführten dann die gucken in den Himmel und sagen, wann kommt denn die Ente angeflogen?

00:11:38: Die könnte ich ja mal bringen.

00:11:39: Und die sagen wenn es knallt als nächstes passiert das richtig Gutes!

00:11:44: Also sie haben auch eine Verknüpfung gemacht, auch aufgrund ihrer Erfahrungen, die Sie bisher gemacht haben ist aber ganz anders.

00:11:51: Und solche Hunde sind weniger gefährdet eine Geräusche an Angst zu entwickeln weil die einen anderen Background schon sind.

00:11:57: also als Profilachse oder als beste Vorsorge, dass unser Hund keine Geräusche an uns entwickelt.

00:12:03: Es ist natürlich das der eine gute Aufzucht hat also besovereine Mutterhündin mit der die Welpen schon viele Situationen erlebt haben wo es geklapper gab, wo man über wackelnde Untergründe gegangen ist und die Mutterhühenden schon auch gezeigt hat... Das ist überhaupt kein Problem!

00:12:19: Und der Welpe hat das damals schon als normal und nicht gefährlich eingestuft.

00:12:25: Und dann auch, wenn der Hund bei uns in der Familie ist, dass man möglichst viele Dinge zeigt.

00:12:30: Der Hund ein gutes Vertrauen und eine gute Bindung aufbaut zu seinem Hundehalter.

00:12:35: Dass er sagen kann, hey, wenn mein Mensch sagt ich kann da drüber gehen, dann ist das wirklich immer okay.

00:12:40: Mein Mensch schickt mich nicht in Situationen die nicht gut sind.

00:12:43: also alles das kann das stärken.

00:12:45: natürlich kann man alles so perfekt machen wie man will und trotzdem kann sich noch was entwickeln.

00:12:51: Also keine Schuldzuweisung hier an dieser Stelle, sondern nur wie kann man dem vorweigen.

00:12:56: Und ja wir werden wieder beim körperlichen Wohl befinden.

00:12:59: also umso mehr körperliches Wohlbefinden unser Tier hat und um so besser kann der auf solche potenziellen Stressoren recht reagieren.

00:13:08: und auch da können natürlich Es gibt auch mal körperliches Unwohlbefinden, sonst gäbst ja auch keine Tierärzte.

00:13:16: Das können wir nicht zu hundert Prozent abstellen und somit kann es ja schon zu seiner Entwicklung

00:13:21: kommen.".

00:13:22: Ja und dann eine gute Gewöhnung an verschiedene Reize, eben das beginnt schon als Welpe.

00:13:27: Und es geht aber auch immer immer weiter und da kommt der Mensch ins Spiel und das geht natürlich auch darum wie geht der Mensch mit gewissen Reizen um?

00:13:35: Ich sehe das ganz viel bei den Pferden dass wir versuchen die Pferde abzuschotten oder von möglichen Also alles fernhalten, bevor sich ein Pferd erschrecken könnte.

00:13:43: Ich halte das für keine gute Lösung, weil wir die Welt nicht kontrollieren können.

00:13:48: Wir können nur versuchen unseren Tieren diese Reaktion, die wir haben möchten, dass wir sie wahrscheinlich machen.

00:13:54: Das heißt, wir müssen die Tiere gewissen Reizen sozusagen aussetzen und dafür sorgen, dass sie das Erwünschte Verhalten zeigen und reagieren also zum Beispiel nicht mit Height and Flight, also dass sie flüchten möchten und kämpfen möchten sondern dass sie Ein gewünschtes Verhalten zeigen, beispielsweise beim Pferd.

00:14:13: Schaust ihr ansätzlich damit auseinander?

00:14:14: Bleib hier und... Ich darf das immer wieder bestärken.

00:14:18: Als Beispiel, wenn ich in den Wald gehe weiß ich auch nicht auf was ich da alles treffe aber ich kann halt möglichst viel unter kontrollierten Bedingungen dafür sorgen dass meine Tiere ganz viel sehen also dass die schon Autos kennen und Traktoren sehen.

00:14:31: und wenn da Baustellen sind dann geh ich dahin und zeig das meinen Tieren und sagt toll ihr macht es super!

00:14:37: Und sie sagen ja ja das ist ja ganz cool.

00:14:38: und wenn dann doch mal hinter eine erschreckende oder neue oder potentiell Furchtauslösende Situation passiert, dann wird eben mein Tier aufgrund dieser gemachten positiven Erfahrungen die Wahrscheinlichkeit höher.

00:14:51: Dass es gut reagiert oder erwünscht reagiert als dass das zum Beispiel im Panikmodus abhaut.

00:14:58: Ja, wovon ich abrate wenn wir bei der Profi-Lachse sind ist die Verwendung von Geräuschmachenden strafenden Artikeln wie beispielsweise eine Wurfscheibe oder Schlüsseln oder in einer Flasche mit Stein oder sowas drin.

00:15:14: Weil wir genau das eigentlich auslösen.

00:15:16: also wir stoppen das Verhalten eines Hundes durch etwas was Angst einflößt aber das kann ja potenziell nachher zum Angstauslöser werden und so eine Dynamik mit sich ziehen.

00:15:26: Ich bin eh nicht dafür.

00:15:27: Aber an dieser Stelle macht das sozusagen doppelt Sinn, weil das an anderer Stelle eben was Geräuschempfindlichkeit angeht.

00:15:34: also wir schaffen uns da aktiv eine Geräuschempfindlichkeit wenn es ganz schlecht geht, wenn man sich den total abgebrüten und ungeräusch empfindlichen Hund haben und in dem Moment machen wir ihn ja bewusst empfindlich.

00:15:47: Es schlagen genau in diese Kerbe rein!

00:15:49: Dann gibt es die Möglichkeit dass man Plutting macht.

00:15:52: Das heißt, dass man das Tier einem Reitsaussetz der ganzen Stark ist und das Tier soll das aushalten.

00:15:59: Und man geht davon aus, dass zum Beispiel Menschen eine Panikattacke dauert in der Regel so eine Minute in dieser höchsten Intensität und dann flacht es ab.

00:16:08: Dass wenn dieser Reiz weiter und weiter weiter andauert, dass dann ein Lerneffekt stattfinden soll und das Tier begreifen soll – siehst du?

00:16:16: Wir stehen jetzt hier mitten zwischen den Raketen und dir passiert ja nichts!

00:16:21: Und davon würde ich zu hundert Prozent auch abraten.

00:16:24: Das sollte man nicht machen, also erstmal ist Feuerwerk sehr schlecht kontrollierbar.

00:16:27: Wir bestätigen eigentlich das Tier in seiner Angst.

00:16:31: Es gibt Fälle von Flooding wo das mal Sinn machen kann und das hier ist tausend prozentig keiner davon.

00:16:38: Wir können sehr davon ausgehen, dass wir das Problem nur verstärken und schlimmer machen.

00:16:42: Und es ist sehr unkontrollierbar und es ist auch wirklich tierschutzrelevant.

00:16:46: Das muss man einfach sagen.

00:16:48: Also nicht das Tier ungeschützt diesen ganzen Reizen aussetzen und sagen ja ja das gewöhnt sich dann da schon dran!

00:16:54: Und das muss man ganz klar sagen – das gilt allgemein bei Feuerwerken – das Tier gewöhnte ich da nicht einfach daran.

00:17:00: Wenn wir da nichts tun wird es nicht besser.

00:17:04: Manche Hunde hören im Alter schlechter, da kann es ein bisschen ein mit Gegenwirken.

00:17:08: Aber ansonsten sollten wir uns wirklich überlegen was können wir als Mensch dazu beitragen dass es meinem Hund an solchen Tagen besonders gut geht?

00:17:16: und nur Gewöhnung reicht nicht und das denke ich sieht man ja auch sehr im Alltag.

00:17:20: Hunde die angefangen haben mit fünf sechsjährig eine Geräuschempfindlichkeit zu entwickeln.

00:17:27: Die werden nicht auf einmal aufführen diese Sorge zu haben.

00:17:33: Ja, und Silvester stellt eine sogenannte Piekbelastung dar.

00:17:37: Das bedeutet das an diesem Tag dieser Reiz besonders groß ist – also da knallt es ja, es kann immer mal knallen, aber in Silvesta halt besonders viel!

00:17:47: Und man weiß dass in Deutschland pro Tag etwa achtzig Hunde weglaufen im Durchschnitt Und rund um Silvester, also nicht nur am Silvestertag.

00:17:57: Sondern auch ein bisschen die Tage davor und danach, wo auch geknallt wird sind es ungefähr tausend.

00:18:02: Das ist doch eine beträchtliche Anzahl was ich besonders schlimm finde.

00:18:06: Die Statistik sagt etwa einen Zehntel dieser Hunde, die weglaufen stirbt auf diese Flucht.

00:18:14: Und das finde ich wirklich super bedrückend.

00:18:17: Also extrem gefährlich!

00:18:19: Wir sollten dafür sorgen dass das nicht passiert.

00:18:24: Was können wir tun, damit unser Hund gar nicht erst so eine Geräuschempfindlichkeit entwickelt?

00:18:31: Wenn wir jetzt davon ausgehen heute ist Silvester.

00:18:33: Was gescheit wäre, dass wir eine Geräuschabschottung machen also das wird zum Beispiel die Storen oder die Rolladen runterlassen und dass wir Fenster schließen also dass diese Geräusche nicht lauter als nötig ins Haus oder in die Wohnung eindringen.

00:18:48: Und wir sollten für eine Wohlfühlatmosphäre sorgen.

00:18:51: Wir sollten den Hund gedanklich auf die Maledive schicken und wenn es dem gut geht, wieder dieses Supermarktbeispiel.

00:18:58: dann wird er besser Coping-Strategien zeigen können.

00:19:01: also da kann der das besser händeln.

00:19:03: Die Wohlfeldatmosphere hängt davon ab was der Hund sonst so kennt.

00:19:06: Wenn der kennt abends mit seinem Besitzer aufm Sofa kuscheln und dann ist die Welt in Ordnung.

00:19:11: Dann würde ich das machen.

00:19:13: und man kann hier auch noch gezielter arbeiten mit sogenannten Konditionierte Entspannung.

00:19:18: Das kann man mit Hundetrainer gezielt auftrainieren vorher und das Ganze nochmal verstärken.

00:19:24: Dann können wir den Hund auch beschäftigen, das kennen wir auch von uns.

00:19:26: Wenn wir beschäftigt sind dann nehmen wir manche neben Geräusche weniger warm.

00:19:31: unser Gehirn ist auf etwas anderes fokussiert und wenn es auch noch etwas ist was Freude auslöst, dann ist es doppelt positiv.

00:19:39: Also wir könnten dem Hund zum Beispiel ein kleines Suchspiel machen oder eine Schleckmatte geben oder einen Cowartikel.

00:19:45: mit einem Cowartikel kann er zusätzlich auch noch Stress abbauen und wir können den Hund beispielsweise auch vorher bevor die Knallerei losgeht draußen körperlich gut auslasten so dass der auch zur Ruhe kommen möchte oder sehr müde ist das es leichter geht.

00:20:00: Es fällt uns auch leichter nach vier Stunden im Schnee oder im Wasser, uns einfach hinzulegen und sämtliche Geräusche im Hotel zu ignorieren als wenn wir top ausgeschlafen sind.

00:20:08: Und da liegen und nicht einschlafen können.

00:20:11: Also müde machen!

00:20:12: Und natürlich auch eine gewisse Planung wann man mit dem Hund rausgeht also zum Beispiel an einem Sylvester-Tag dass man morgens eine große Runde raus geht aber natürlich mit der Einschränkung in vielen Orten ist es nicht mehr viel zu managen und zu planen.

00:20:25: Da gibt es einfach vier, fünf Tage Dauergeknelle und das ist wirklich schwierig.

00:20:30: Ja dann muss man manchmal darüber nachdenken über einen Ortswechsel.

00:20:33: Das ist nicht feige, das ist in dem Moment wirklich ein gutes Management wenn das möglich ist.

00:20:38: Dann würde ich zusätzliche Belastung vermeiden also alles was den Hund zusätzlich Stress auslösen könnte.

00:20:45: beispielsweise wenn der Hund ein Thema hat mit fremden Hunden würde ich nicht noch an diesem Tag Besuchereinladen mit fremden Hunden oder eine schmerzhafte OP am Tag vorher.

00:20:55: Oder alles Mögliche, was kein Futter wechselt, wo man nicht weiß ob der Hund vielleicht durchfallentwickelt hat.

00:21:01: Ich glaube das ist selbstredend also an diesem tag nichts Verrücktes ausprobieren und was ich schon vorher erwähnt hatte keine Mittel der geräuschgebundenen Strafe einsetzen die die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass der Hund ein Geräuschthema bekommen könnte.

00:21:15: Das sind alles Sachen, die man machen kann damit er möglichst erst gar nicht reagiert also bei dem Hund der sozusagen noch kein Thema hat.

00:21:24: dann gibt es auch Maßnahmen wie man ergreifen kann wenn der Hund bereits einen Geräuschangsthema hat.

00:21:30: Also was man zum Beispiel machen kann ist das man dem Hund ein Gehörschutz aufsetzt oder anlegt.

00:21:36: Es gibt verschiedene Sachen.

00:21:38: es gibt zb Keine Ohrstöpsel, es gibt richtig so wie einen Reifen.

00:21:44: So Kopfhörer oder er hat Loops mit einer Dämmung drin und die sind grundsätzlich richtig gut und machen auch Sinn aber nicht erst an Silvester.

00:21:57: also diese Sachen muss man vorher einführen üben trainieren und mal gucken wie funktionieren sie überhaupt in einem Setting, wo also wenn es nicht Silvester ist hat der Hund mit dem zusätzlichen Stress oder entspannt ihn das.

00:22:10: Also das muss man wirklich immer vorher schon machen und auch dieses Aufsetzen anlegen wie auch immer.

00:22:16: Das sollte ein bisschen geübt sein.

00:22:19: Nicht dass wir dem Hund noch was aufsetzen, was ihm nochmal körperliches Unwohlsein dazu beschert und auch eine gewisse Ankündigung vielleicht für etwas Schlimmes sein könnte.

00:22:28: Ansonsten gut auftrainiert, eine mega tolle Maßnahme.

00:22:31: Sehr begrüßenswert an was man auf jeden Fall denken sollte ist dass der Hund schlechter hört und zwar hört er nicht nur die Silvesterknallerei schlechter sondern alles das kann auch dazu führen dass sich der Hund erschreckt wenn man sich ihm annähert.

00:22:46: also dieser Hund sollte besonders geschützt sein beispielsweise vor anderen Tieren oder auch Menschen besonders Kindern und wir müssen noch mal für so ein Sicherheitsbereich des Hundes sorgen, dass dort nicht ein Zusatzstress aufgebaut wird.

00:23:00: Und dann kann man Soundmasking machen – also ich hatte vorher schon von Geräusch-Abschottung gesprochen als beispielsweise Storen runterlassen.

00:23:07: aber wir können auch noch zusätzliche Geräusche machen das kennen wir auch wenn es daneben geht.

00:23:11: Also wenn ich Musik an habe, dann höre ich weniger, dass der Nachbar über mir durch die Wohnung knallt.

00:23:16: Das heißt, wir machen zusätzliche Geräusche um nicht so diesen Fokus auf diesen angstauslösenden Geräuschen zu haben.

00:23:22: Beispielsweise mit Musik oder Fernseher und was man auch machen kann dass man Brown- oder White Noise laufen lässt.

00:23:31: Und zwar sind das Geräusch, könnt ihr mal schauen, auf YouTube kann man es zum Beispiel auch anhören.

00:23:36: die ja sie klingen für uns wie so ein Rauschen und einerseits haben die zum Teil eine beruhigende Wirkung und andererseits können hier so ein bisschen das andere überschatten Und man kann die auch noch zusätzlich positiv auftrainieren, also dass sie positiv verknüpft sind mit Entspannung.

00:23:54: Das muss man aber auch wieder vor Silvester machen.

00:23:57: und all diese Maßnahmen muss man wirklich vorsichtig sein das nicht immer.

00:24:00: wenn es schlimm ist kommen diese Maßnahmen dann sagt der Hund halt hinter aha das ist ja der Ankündiger in dieses Box rauskommt dann wird's gefährlich sondern im besten Fall machen wir körperliche Entspanungen gewöhnen.

00:24:11: den Hund haben hundertmal So ein weißes Rauschen im Hintergrund laufen.

00:24:16: Und eine sehr elegante Lösung finde ich.

00:24:18: so kleine Boxen, die kosten ungefähr zwanzig Euro.

00:24:21: Die kann man im Internet bestellen und die kann man anmachen bisschen leiser und lauter viel mehr Funktion haben sie nicht das reicht aber.

00:24:28: und die können dann in der Hunde näher haben und die Kann man überall mit hinnehmen und dass ist etwas wo man sehr sehr mit Das Gehirn wie so ein bisschen ablenken kann.

00:24:36: das ist total gut.

00:24:38: Dann gibt es das große Thema Trösten.

00:24:41: Früher gab es mal den Mythos, ich hoffe der ist echt veraltet und er glaubt niemand mehr dass man die Hunde nicht beruhigen oder trösten sollte.

00:24:49: Und das stimmt nicht.

00:24:50: wir verschlimmern nicht die Angst in dem wir da sind.

00:24:54: Was wir machen sollten ist?

00:24:56: Wir sollten ruhig und souverän sein.

00:24:58: Mitleid hilft nicht und mit Stressen macht es tatsächlich schlechter.

00:25:03: aber Trösten, Dasein, Sicherheit vermitteln.

00:25:07: Souverän sein und den Hund nicht ignorieren wenn der um Hilfe fragt.

00:25:11: Das ist etwas was wirklich zu einem Sicherheitsgefühl beiträgt Und ich glaube das kann auch jeder nachvollziehen.

00:25:17: Also wenn wir in dem Krankenhaus sind vielleicht sprechen mir die Sprache auch nicht Wir haben Angst vor dem was passiert Wenn jemand kommt und sagt ne es ja nicht schlimm?

00:25:25: Das wird uns nicht beruhigen oder stell dich nicht an!

00:25:27: Das gibt uns auch kein Sicherheits-Gefühl.

00:25:29: Aber wenn jemand kommt Du hast Angst, okay das versteh ich.

00:25:34: Mach dir keine Sorgen!

00:25:35: Ich bin da.

00:25:36: Ich hab die Situation im Griff...ich sorge für deine Sicherheit und ich höre dich und wir schauen mal was wir tun können damit es dir besser geht.

00:25:45: Da ist etwas was uns Vertrauen gibt, was uns atmen lässt, was unsere Stressreaktionen runterfährt und was uns in dem Moment deutlich entspannt.

00:25:54: also den Hund auf jeden Fall betreuen Zu Hause sein, da sein.

00:25:59: Wenn der Nähe sucht näher geben.

00:26:01: was man nicht machen sollte ist sich dem Hund körperlich aufdrängen.

00:26:05: also nur ein aktives Angebot schaffen aber nicht das dem Hund aufzwingen.

00:26:09: Also nicht mit alleine an sich ranziehen den zitternden Hund und sich noch drüberbeugen und ihn abknutschen Und ins Gesicht fassen und so weiter sondern gern mal die Hand hin strecken als subtiles Angebot.

00:26:20: Möchte der Hund Körperkontakt?

00:26:22: Ja oder nein?

00:26:23: und ich würde eher empfehlen, er ein Hand an den Hund legen oder auf den Hund liegen oder Körper Kontakt liegen, als dass man den aktiv, ich sag mal negativ bearbeitet.

00:26:34: Wir wollen den Hund in seine Ruhe bringen und den nicht noch nervöser machen.

00:26:39: Den Hund gut sichern ist sicher auch was wichtiges, was nicht die Angst per se bekämpft, aber zur Sicherheit beiträgt.

00:26:46: Also ich habe eben schon davon gesprochen wie viele Hunde rund um Silvester abgehen und wie viele auch angefahren werden oder anders ums Leben kommen mit einer Leine hängen bleiben usw.

00:26:56: Das heißt im Zweifelsfall lieber doppelt sichern ein gescheites Gutsitzendes Heilsband unten gestellt lieh und es gibt ja auch so Sicherheitsgestellte, dass der Hund da nicht rausschlüpfen kann wenn er sich erschreckt und das wir dafür sorgen können dass der Hund nicht abhaut, wenn er in Panik gerät.

00:27:14: Ja dann gute Beschäftigung also.

00:27:16: man kann die Hunde schlecken lassen, kauen lassen, knochen, schnüffeln lassen lustige Spiele machen oder einfache Tricks und zwar wirklich subtil nichts besonders neues Schwieriges beibringen sondern einfach Sachen die der Hund gerne macht und die sich leicht abrufen lassen und wo wir den Hund bestätigen können da wieder den Fokus umlenken von etwas was potenziell angsterregend sein kann auf etwas Positives.

00:27:37: das ist ja Im sonstigen Leben auch so, dass man wirklich das halbvolle Glas sieht und hier auch bei dem Hund ist.

00:27:43: man sagt hey wir machen was schönes miteinander.

00:27:46: Und der sagen kann okay lasse ich das mal außen vor.

00:27:49: Und Training!

00:27:51: Training mit drei großen Ausrufverzeichen ja Training ist mega wichtig, Training ist toll und man kann bei Feuerwerksgeräusch Angst ganz viel trainieren.

00:27:59: Man kann zum Beispiel desensibilisieren oder gegenkonditionieren.

00:28:03: Auch da wieder ein großes aber nicht an Silvester.

00:28:07: An Silvester ist es so spät für Training.

00:28:09: Da trainieren wir nicht, wenn wir vorher noch gar nichts vortrainiert haben.

00:28:13: Da können wir gerne am ersten oder zweiten Jahr nur anfangen – das ist ein super Moment!

00:28:16: Dann hat man maximal viel Zeit fürs nächste Mal aber nicht am Tag und diesen Eventtag wo der potenzielle Träger kommt.

00:28:24: Da trainingen wir nicht mehr.

00:28:26: Wenn wir vortrainiert haben, können wir natürlich das Vortrainierte abrufen.

00:28:29: Das ist total gut.

00:28:30: Training ist mega mega mega wichtig, superwichtig Und ganz, ganz sinnvoll.

00:28:36: Aber nicht am Silvester-Tag.

00:28:38: Also schieben wir es hier ein bisschen an die Seite aber... Es ist eigentlich mit eines der wichtigsten Sachen!

00:28:45: So wenn wir jetzt aber unseren Hund haben wo wir schon versucht haben Profilaxe zu machen und den Gut managen und er hat aber wirklich, wirklich eine sehr große Angst und dann bin ich bei dieser Art des Problems schneller beim Medikamenten als bei anderen Problemen.

00:29:04: Warum ist das so?

00:29:05: Also wenn ich ein Hund habe mit einer anderen Verhaltensstörung, dann schaue ich mir lange an woher kommt das Verhalten?

00:29:12: was löst das aus.

00:29:13: Können wir da nicht noch mit Training was verändern und so weiter.

00:29:17: An Silvestre ist es so dass es relativ zeitlich beschränkt ist der Hund meist im Verhältnis eine sehr große Angst hat, dass sehr viel Stress auslöst und er sich in der Regel eher immer verschlechtert wenn wir keine Gegend Maßnahmen machen oder nicht besser wird.

00:29:33: Und mittlerweile gibt es viele verschiedene Medikamente und auch verschiedene Wirkungsarten.

00:29:39: Der können das sehr elegant machen, ich komme gleich nochmal zu den Punkten was vielleicht ein Ehr davon abhalten möchte.

00:29:47: da habe ich aber ein paar Gegenargumente.

00:29:49: Es hängt sehr davon ab wann einem ein Hund vorgestellt wird also vielleicht erst Silvester morgen, dann kommen fast keine medis mehr in Frage oder beziehungsweise nur noch eine kleine Bandbreite.

00:30:00: So muss ich es besser sagen!

00:30:02: Oder wenn der Hund einem zwei Monate vorher vorgestellt wird?

00:30:05: Dann kann man andere Medikamente geben.

00:30:07: Dann kann auch Spiegelmedikamente gehen und kann die langsam einschleichen.

00:30:12: Man muss den Hund nicht an diesem Tag so doll ausnocken.

00:30:15: Da hat man eine andere Wirkungsweise.

00:30:17: Und das heißt je nachdem ob wir Weiß das kurzfristig, etwas längerfristig oder sehr langfristig vorgestellt bekommen?

00:30:24: Haben wir eine schmale oder eine breite Palette an Medikamenten die wir überhaupt einsetzen können.

00:30:30: Und dann müssen wir mal gucken wie lange wird dieses Problem des Hundes bestehen?

00:30:35: also zum Beispiel Schweiz Nationalfeiertag da gibt es Gemeinden die sagen Wir zünden hier ein Feuerwerk und es ist um drei Uhr bis dreieinzehnt zwanzig dreizig.

00:30:46: Das ist natürlich super.

00:30:47: Dann wissen wir Also neben dem, dass es überhaupt stattfindet.

00:30:51: Aber dann ist das sehr vorausschaubar für uns Menschen.

00:30:54: Wir können supergut planen und wir können genau diese exakte Zeitspanne abdecken.

00:30:59: Das ist oftmals ja nicht gegeben.

00:31:01: Und dann gibt es eben Orte und gerade im städtischen Ballungsraum wo man eher damit rechnen sollte, dass fünf Tage durchgeknallt wird.

00:31:09: Dann brauchen wir auch andere Medikamente.

00:31:11: Dann reicht manchmal etwas sehr Kurzwerksames nicht.

00:31:14: Also das trägt alles zur Entscheidungsfindung bei die ein Tierarzt dann vornehmt in Absprache mit dem Besitzer, bestimmt durch den Zeitpunkt des Vorstellens.

00:31:23: Der Dauer des Problems der Ausbringung usw.

00:31:28: Warum glaube ich viele Leute Vorurteile haben gegen Medikamente und gegen Geräuschangst ist das man früher ab Azepromazin gegeben hat?

00:31:36: Und da sollte man nicht mehr tun!

00:31:39: Das ist wirklich kontraindiziert weil es ein Medikament ist was die Hunde handlungsunfähig macht und gleichzeitig die Geräuschemfänglichkeit steigert Und das potenziert negativ.

00:31:53: Das kann man nicht anders sagen, die Hunde rennen nicht mehr weg aber sie nehmen die Geräusche gesteigert wahr und das verstärkt die Angst natürlich.

00:32:02: Früher hatte man beschränkte Möglichkeiten.

00:32:03: heute gibt es mehr Forschung dass es absolut überholt.

00:32:07: das macht man nicht mehr.

00:32:08: und ich glaube aber dass von solchen Erlebnissen viel diese Sorge vor einer Medikamentation herkommt.

00:32:16: Ich hab das selber erlebt als Teenager bei meinem Hund, der hat so was bekommen und zwar die Hölle.

00:32:20: Die werden genau den Fall ein Hund ja mehr gezittert hat aber du hattest einfach passiv rumlag und es war die Höllen.

00:32:26: Also Promazin gibt man nicht mehr bei Geräuschangst Und Das entspricht nicht der restlichen medikamentations.

00:32:35: ich hoffe mit dem Mythos kann ich aufräumen.

00:32:38: Was man auch nicht tun sollte ist dass man dem Hund Eierlikör gibt.

00:32:42: Das klingt aufs Erste irgendwie witzig und das würde recht einfach gehen.

00:32:47: Und ja, wenn man so menschlich denkt, schmeckt doch noch ganz gut!

00:32:51: Es ist süffig.

00:32:51: und wenn es dann auch ein bisschen enttammend ist... Ja.

00:32:54: aber wir müssen ganz klar sagen also die ersten Mal Schnaps trinken sind meistens nicht ganz positive Erlebnisse.

00:33:04: Die Hunde sind meinetwegen noch etwas enttämter Aber ansonsten wissen sie auch nicht was mit ihnen los ist.

00:33:08: Sie können ihn ein bisschen besorfen sein.

00:33:10: Das kann Unsicherheit machen Und das dürfen wir nicht.

00:33:13: Das ist eigentlich ein Missbrauch, als wenn wir Kindern Alkohol geben.

00:33:17: Wir sollten Hunden nicht Alkuhol geben und auch nicht Eierlikör, auch wenn es witzig klingt.

00:33:24: Dann gibt es tatsächlich noch dass, wenn der Hund ein Verstroentestinales Problem hat also vom Magen-Damen Trakt, dass er es wirklich zu einem körperlichen Problem führen kann.

00:33:33: Also vielleicht eine Bauchspeicheltrüsen Entzündung von der wir gar nichts wissen.

00:33:38: Und das heißt also wirklich bitte, bitte von Eierlikör absehen.

00:33:42: Klingt witzig auf Social Media ist für den Hund aber überhaupt nicht lustig.

00:33:47: Dann noch zum Thema Medikamente.

00:33:50: Es gibt nicht ein Medikament was spezifisch gegen Geräuschangst wirkt Aber Es gibt viele tolle Medikamente, die anxiolytisch wirken.

00:34:00: Also die angstlösend wirken.

00:34:02: und diese Medikamente setzen wir ein da gibt es ganz verschiedene Wirkstoffklassen, die verschiedene Vor- und Nachteile haben.

00:34:09: das wiegt man dann wieder ab.

00:34:10: aber wir wollen eben diese Angst lösen.

00:34:13: Und was ganz toll ist bei den modernen Medikamenten Die machen dass der Hund etwas beruhigt ist Aber stark angst gelöst.

00:34:23: Und der hat die Möglichkeit unter dieser Behandlung nicht nur, dass es nicht schlimmer wird sondern ein positives leeren Ergebnis zu machen.

00:34:31: Das finde ich total schön!

00:34:33: Also wir haben unter dieser Medikamentation die Möglichkeit die langfristige Situation auch zu verbessern und das finde ich ist ein mega gutes Argument Für Medikamente, es ist nicht nur zu sagen, komm Augen zu und durch.

00:34:47: Der kriegt das an dem Tag, sondern auf lange Sicht können wir wirklich noch eine Besserung damit ergreifen.

00:34:52: Ja also Es gibt ganz viele Sachen die man machen kann.

00:34:56: Es gibt auch Sachen wie man sein lassen sollte.

00:34:58: Spezielles Training habe ich schon angesprochen Ist wirklich super wichtig aber nicht mehr an Silvester.

00:35:05: Desensibilisierung und Gegenkonditionierung sind da die ganz ganz großen Stichworte, also dass man dafür sorgt.

00:35:10: Dass ein Hund sagt ist mir doch egal wenn es knallt oder im besten Fall sogar sagt wow!

00:35:16: Immer wenn's knallte dann passiert was tolles.

00:35:18: das wäre natürlich noch schöner.

00:35:19: und da haben wir wieder unseren Enten erwartenden Labrador der in den Himmel guckt Und am Ende läuft es wie immer darauf zurück.

00:35:28: Wir sollten für das körperliche und seelische Wohlbefinden unseres Tieres sorgen.

00:35:36: ist die Gefahr gesenkt, dass mein Tier ein Verhaltensproblem entwickelt.

00:35:41: Also zum Beispiel Geräuschangst und ja wir können ein glückliches Leben miteinander führen also immer schauen wie kann ich wohl sein stärken?

00:35:51: Und das ist einfach auf verschiedenen Ebenen.

00:35:53: Wir nehmen nicht verhalten und körperlich medizinische Probleme auseinander sondern betrachten sie miteinander weil sie sich auch gegenseitig beeinflussen.

00:36:04: Stellschrauben gleichzeitig drehen, umso besser wird das Gesamtergebnis.

00:36:09: In liebesem Sinne wünsche ich allen zwei und vier Weinerner draußen ganz gutes körperliches und seelisches Wohlgefinden!

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