Wie Pferde lernen: Sicherheit, Aufmerksamkeit und Motivation
Shownotes
Was braucht ein Pferd, damit es neue Aufgaben nicht nur ausführt, sondern wirklich versteht und langfristig abspeichert?
In dieser Solofolge spricht Lisa über Erkenntnisse aus der Neurowissenschaft und darüber, was sie für den täglichen Umgang und das Training mit Pferden bedeuten. Im Mittelpunkt stehen drei wichtige Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen: Sicherheit, Aufmerksamkeit und Motivation.
Ihr erfahrt unter anderem:
• warum Pferde nicht planen, uns zu ärgern oder zu veräppeln • weshalb junge Pferde nur kurze Trainingseinheiten bewältigen können • wie Stress, Erregung und Aufmerksamkeit das Lernen beeinflussen • warum die Qualität einer Wiederholung wichtiger ist als ihre Anzahl • wie Pausen dem Pferd helfen, neue Erfahrungen zu verarbeiten • weshalb Neugier und Eigeninitiative wertvoller sind als bloßes Aushalten • wie positive Erfahrungen neue Wege im Gehirn festigen können
Die wichtigste Botschaft: Pferde lernen immer. Gutes Training schafft deshalb einen klaren und sicheren Rahmen, in dem das Pferd aufmerksam, motiviert und aktiv am eigenen Lernprozess beteiligt sein kann.
Transkript anzeigen
00:00:01: Willkommen bei Bellenwock und Weißen, dem tierärztlichen Podcast rund um die Themen Bewegungshapparat, Schmerzfreiheit- und Verhaltensmedizin.
00:00:11: Mein Name ist Lisa Leuthardt, ich bin Tierärztin und seit fünfzehn Jahren in eigener Tierarztpraxis selbstständig in der Schweiz mit den Schwerpunkten Chiropraktik, Akupunktur, Schmertverhandlung und Verhaltensmedizin.
00:00:26: In diesem Podcast geht es darum Tiere besser zu verstehen und sie durch passende Bewegung, Ernährung und Beschäftigung körperlich und geistig fit zu halten.
00:00:36: Damit wohlbefinden nicht dem Zufall überlassen erst!
00:00:42: In der heutigen Folge geht es darum wie Pferde lernen und was sie dafür benötigen.
00:00:48: Wir wissen mittlerweile ganz viel und wichtig ist dass wir da auf in die Anwendungen kommen Und es gibt Sachen die gelten für jedes Pferd Egal welche Rasse sparte Größe geschlecht Und das ist wirklich mega spannend, was die Wissenschaftler auch zu bieten hat.
00:01:04: Ich war vor Kurzem auf einem Seminar von Dr.
00:01:06: Steven Peters.
00:01:07: Das es ein neuropsychologe und neue Wissenschaftler aus Amerika eigentlich aus der humanen Medizin, der sich aber ganz viel mit dem Pferdegehirn auseinandergesetzt hat.
00:01:18: Der seiziert regelmäßig Pferdegehirne, hat angeschaut welche Bereiche sind besonders groß... Was können Pferde gut und was eben nicht?
00:01:26: Und was sagen wir Pärden nach, was überhaupt nicht stimmen kann aufgrund dem, was wir da schon sehen von der Anatomie und auch der Physiologie.
00:01:35: Er hat sich beschäftigt mit der Gehirnentwicklung des Pferdes, was Stress vor Auswirkungen hat wie wir Aufmerksamkeit bekommen, wie ein gutes Gedächtnis entsteht, wie gelernt werden kann und wie wir dieses Wissen nutzen können um das Verhalten des Pherdes im positiven Sinne zu beeinflussen.
00:01:53: Das, das Steven Peters hat zwei Bücher geschrieben.
00:01:56: The Horse Brain Science and Evidence-Based Horsemanship in dem man viele neurowissenschaftliche Erkenntnisse fürs Training und auch den Umgang mit Interen findet.
00:02:06: Und er gibt ganz, ganz viele Kurse für interessierte Pferdemenschen!
00:02:12: Es lohnt sich wirklich da einmal genauer hin zu gucken.
00:02:15: Ganz herzlich willkommen in der heutigen Folge!
00:02:18: Ja ich habe schon angekündigt – Ich war bei seinem Seminar, die sind in der Regel dreitägig.
00:02:23: Zwei Tage offen bereits für Laien und am dritten Tag durfte ich mich als Dietsin dazuklinken.
00:02:30: Ich habe mir die ersten zwei Tage gespart.
00:02:32: wir haben ja relativ viel Anatomie im Studium und da wurden so Basics besprochen und trotzdem kann man ja einfach nie genug Anatomie lernen wiederholen sich nochmal anschauen weil ich glaube man kann ein Anatomiebuch fünfzig mal lesen und entdecke jedes Mal noch neue Sachen und es ist wirklich spannend und immer wieder zu überlegen, warum ist das so?
00:02:52: Was hat das für einen Sinn.
00:02:53: Und es ist wirklich total spannend!
00:02:55: Es klingt erst mal so trocken, eine Euro-Wissenschaftler aber es ist sehr toll zu sehen.
00:03:00: wie sieht ein Pferdegehirn denn so aus?
00:03:04: Wofür ist es denn
00:03:05: gemacht?!
00:03:06: Also was man auf jeden Fall sagen kann, dass es drei wichtige Grundvoraussetzungen gibt damit ein Pferd gut lernen kann.
00:03:14: Und mit Gut Lernen meine ich auch wirklich, dass das Langzeitgedächtnis angesprochen wird und dieses Verhalten, das für uns Wünschen abrufbar wird.
00:03:24: Und zwar braucht das Pferde dafür Sicherheit Aufmerksamkeit und Motivation.
00:03:29: Klingt total easy ist aber vielleicht nicht immer selbstverständlich.
00:03:34: Was es mit Sicherheit gemeint, ein Pferd muss sich sicher fühlen.
00:03:38: Stellen wir uns vor, wir nehmen zwei Jährigen das erste Mal aus einer Herde und der wird sich nicht sehr sicher fühln.
00:03:43: Das heißt, das Lernerlebnis wird sicherlich schwieriger sein!
00:03:47: Und so gibt's im Pferdelleben ja auch immer mal wieder Herausforderungen.
00:03:51: Bedeutet das dann im Umkehrschluss?
00:03:53: Wir müssen unser Pferden in Watte packen, wir können das Pferdo nur mit anderen in der Reithalle trainieren Wir dürfen keine Schwierigkeiten stellen.
00:04:00: Nein, das bedeutet es nicht!
00:04:02: Sondern wir müssen diese Sicherheiten schaffen und das passiert natürlich nach und nach.
00:04:07: aber wir müssen auch immer wieder überprüfen fühlt sich unser Pferd sicher?
00:04:11: also wenn wir beispielsweise ein junges Pferdd haben und das kann jetzt schon alleine etwas geritten werden in der Reiteile Und dann ist es das erste Auswärtstraining Dann ist es vielleicht hilfreich noch ein zweites Pferdt dazu zu nehmen Wenn wir die Schwierigkeit schon steigern Und das Pferd lernt es erst mal so, macht ein positives Lernerlebnis und beim nächsten Mal geht's vielleicht schon alleine.
00:04:33: Das würde auf jeden Fall für Sicherheit sorgen und dass ist so wichtig für die folgenden Prozesse.
00:04:38: Dann brauchen wir im Pferde was Aufmerksames und das heißt Es muss wach sein!
00:04:44: Es muss uns folgen können.
00:04:46: Wir können ja einen Pferdd sedieren und sagen naja dann nimmt es nicht mehr Angst aus lösende Reize war, aber dann ist es eben nicht mehr so aufmerksam und das brauchen wir auch.
00:04:55: Wir brauchen eine gewisse Wachheit und auch dass es Pferd die Aufmerksamkeit dorthin lenken kann wo wir sie brauchen nämlich auf uns.
00:05:04: also da sind wir wieder beim Thema Sicherheit.
00:05:06: wenn die Herde wegaloppiert ja dann ist das pferdaufmerksam aber sicher liegt die Aufmärksamkeit nicht bei uns und deshalb müssen wir ein Setting schaffen in dem es möglich ist dass es pferdaufmerksam ist und sowas lässt sich super gut trainieren.
00:05:23: Und ich mag den Ausspruch von der Anne Krüger-Degner da super gerne, die sagt immer wenn ich meine Tiere anspreche dann ist das als wenn ich die anrufe und dann hätte ich gerne dass sie ans Telefon gehen.
00:05:35: Ich glaube jeder Tierbesitzer kennt es, dass er sein Thema wortwörtlich angerufen hat und das Tier ist nicht dran gegangen Befühlte was wie the person you are calling is not available at that moment.
00:05:50: Und das wollen wir nicht!
00:05:51: Das heißt, ihr könnt Aufmerksamkeit wirklich wirklich trainieren und das ist auch eine Übungswache und ich hätte ganz gerne wenn ich den Namen meines Tiere sage dass es mich anschaut mir zugewandt ist und sagt ja was kann ich für dich tun?
00:06:03: Ich sag hey cool du bist da und dann können wir kommunizieren.
00:06:07: also das brauchen wir.
00:06:09: Und dann brauchen wir Motivation.
00:06:11: Motivations ist so, so,so wichtig und das heißt natürlich nicht nur einfach Leckerlies sondern es muss sich für das Pferd lohnen.
00:06:21: auch da gibt's wieder einen so entschlauen Satz Tiere lernen immer die Tiere wergen ziemlich genau ab.
00:06:28: ist das Lohnenswert?
00:06:30: Und es gibt verschiedene Sachen, die für Motivation sorgen können.
00:06:33: Unter anderem Futter und das ist eine wunderbare Sache, die einfach super schnell funktionieren.
00:06:37: aber es ist sicher nicht nur Futter!
00:06:40: Wir müssen einfach gucken dass wir die Tiere motiviert behalten und dass sie sagen Das lohnt sich hier mitzumachen und auch das sind Prozesse.
00:06:50: Also eigentlich sollten wir unsere Tiere so trainieren Dass sie sagen Toll machen wir was miteinander.
00:06:55: Kann ich ihr etwas lernen?
00:06:56: Ich würde gerne Ja, vordrängeln wollen und sagen ich bin motiviert.
00:07:01: Ich würde gerne was
00:07:01: machen.".
00:07:02: Und es gibt auch Pferde die sind wahnsinnig gehorsam aber die sind eher so.
00:07:06: ja ich würde immer sagen abgestumpft oder man sagt auch eine erlernte Hilflosigkeit Die spulen ein Verhalten ab weil sie wissen dass sie dann kein Ärger bekommen.
00:07:17: Aber da ist noch bisschen etwas abgestellt.
00:07:20: sag' ich mal Das wäre das Gegenteil von einer Motivation und ich glaube das möchte niemand.
00:07:24: also wir wollen keine Das ist erst mal Platttoten-Soldaten neben uns, sondern wir wollen wirklich Kommunikation und gegenseitiges befeuern.
00:07:34: Und ich finde es so schön wenn die Tiere einem was anbieten, der man weiß nicht mit einem Pferd Freierbeit macht und er sagt Ich könnte auch noch dachsen!
00:07:42: Und das ist vielleicht viel mehr als man sich vorher überlegt hat und das kann man verstärken und das Pferde total begeistert dass du sowas Schönes zeigen darf.
00:07:50: also Wir brauchen brauchen brauchen ganz viel Motivation davon.
00:07:53: Na doch kannst schon zuviel geben.
00:07:55: Über Motivation macht man auch über Erregung.
00:07:58: Aber erst mal sehr, sehr willkommen!
00:08:01: Ja und dann was ganz Wichtiges ist das Pferdehirn ist kein primitives Gehirn.
00:08:05: also wir können nicht sagen... Das Pferd ist ja so simpel gestrickt aber das Pärdehirnt ist total anders gebaut als unser Gehirnt Und da ist finde ich ultra wichtig und das müssen wir wirklich beachten.
00:08:18: Also Pferder haben auch einen Frontallappen aber der ist im Gegensatz zu uns Menschen viel weniger ausgeprägt.
00:08:25: Und dieser Frontallappen, der ist unter anderem dafür zuständig dass wir planen können das wir in die Zukunft gucken und so abstrahieren und dass wir so denken ah wenn jetzt das ist dann könnte das passieren und würde mir da schaden.
00:08:41: Das ist typisch menschlich.
00:08:43: Und man hört oft so negative Sätze in der Reitsport-Szene, wie hat er will dich nur veräppeln und das macht er jetzt um dich zu ärgern?
00:08:51: Und...das sieht die Anatomie und die Physiologie des Pferdehirnis wirklich nicht vor!
00:08:58: Das muss man ganz klar wagen.
00:09:00: So ticken Menschen aber so ticken Nichtpferde.
00:09:04: Und die Ticken dem Pferd.
00:09:07: Für die ist was ganz anderes wichtig, für sie ist Sicherheit wichtig.
00:09:11: Das sind Fluchttiere, die gehen schnell und die lernen super schnell aus Erfahrung weil es ganz oft um das Leben geht Und die rennen manchmal erst weg und dann schauen Sie ob man hätte wegrennen müssen.
00:09:25: aber im Falle von da ist ein Raub die hinter ihnen ist das ein ziemlich cooles Skill und Von dem her machen sie das nicht um einen zu veräppeln sondern sie haben ein Grund dafür.
00:09:36: Und wenn wir das aber wissen, können wir ja dafür sorgen dass wir diese Veranlagung des Pferdes zu unseren Gunsten auslegen.
00:09:45: Also wir sorgen für Sicherheit und das Pärt hört uns zu.
00:09:48: da werden wir wieder bei Aufmerksamkeit und es motiviert mit uns zu kooperieren und wir können dem Pferd beibringen.
00:09:55: Ich sorge für deine Sicherheit, wenn ihr irgendwo ein Geräusch ist.
00:09:58: Du musst nicht weglaufen und wenn es das doch tut dann müssen wir uns überlegen haben wir das vielleicht noch nicht richtig beigebracht?
00:10:06: also Pferde tun in der Regel alles was wir von ihnen möchten Wenn sie dazu in der Lage sind Und wenn Sie es verstanden haben.
00:10:14: Also dass werden mega großes anliegen Dass wir wirklich aufhören den Pferden einen bösen Vorsatz zu unterstellen.
00:10:24: Ich bin sehr reit sportbegeistert und auch wirklich reiter Sport begeistert, also auch wirklich Leistungssport.
00:10:31: Und es gibt so viel Geschimpf im Moment von den Freizadreitern auf die Profis und auch irgendwie umgekehrt und ich finde wir sollten uns ein bisschen auf das konzentrieren was gut ist und es sind nicht weder das eine noch das andere gut.
00:10:45: meiner Meinung nach braucht es auch Leistungssport damit weiterhin gute Zuchten haben, damit wir Landgestüte haben.
00:10:53: Da steckt ganz viel Kultur und Wissen dahinter, ganz viel Tradition, ganz viele gute Werte – das muss auch, finde ich, weitergelebt werden und vielleicht an mancher Stelle adaptiert mit dem was wir heute wissen.
00:11:05: Aber ich sehe da auch ganz viel Konsistenz, also dass ganz viel erhalten bleibt und ganz viel gut gemacht wird.
00:11:11: Und ganz viel Sicherheit gemacht wird!
00:11:13: Und trotzdem finde ich gibt es parallel dieses... Also ich bin damit auch als Kind selber aufgewachsen, das Perden halt wirklich böse Vorsätze unterstellt werden.
00:11:23: Und dass die Reitersprache oftmals sehr negativ ist.
00:11:27: und solche Sätze wieder muss man sie mal zeigen und daher muss der durch und der will sich jetzt hier durchsetzen was auch immer.
00:11:34: Und da geht es mir überhaupt nicht um Innenkonsequenz.
00:11:37: Konsequenzen finde ich ganz, ganz wichtig aber es muss klar sein und das darf nicht hart sein.
00:11:42: Es geht nicht um falsche Härte!
00:11:44: Und dann sind Pferde sehr, sehr kooperationsfähig und auch vor allen Dingen willig.
00:11:49: Dann der nächste Punkt... Das Gehirn eines jungen Pferdes ist neurologisch überhaupt noch nicht für lange Konzentration ausgewegt.
00:11:58: Ich finde, das kann man sich am besten vorstellen.
00:12:01: Die eine grüne Wiese und die Pfade, die man oft benutzt werden zu größeren Straßen.
00:12:09: Und was man nicht so oft macht überwächst halt wieder vom Gras.
00:12:13: Bei den Pferden ist es mega-mega wichtig dass sie erst mal tun, dass Fluchttiere so tun also dass die super gut laufen können.
00:12:22: Die motorischen Systeme werden als erstes ausgebildet, die mühlinisieren und das bedeutet dass sie sozusagen Leitungen des Nervensystems mit zu einer Isolierschicht umgeben werden.
00:12:34: Und durch diese Isolierschicht sind diese Leitung einerseits sicherer und andererseits auch schneller.
00:12:42: Das heißt, wir müssen ja immer Schwerpunkte legen und das Pferd legt einen Schwerpunkt auf schnell wegkommen.
00:12:48: Die Fohlen müssen ab dem ersten Tag fluchtfähig sein.
00:12:52: Und das können sie eben indem als erstes diese motorischen Stränge gestärkt werden.
00:12:58: Das heißt die können ziemlich schnell weggaloppieren aber vielleicht noch nicht so gut unterscheiden ob es jetzt wohnenswert ist oder nicht.
00:13:05: Aber dafür haben Sie auch Ihre Herde wo erfahrene Pferde drin sind die dort helfen können und er später entwickeln sich eben diese mehr kognitiven Bereiche, also dass das Pferd sozusagen sich konzentrieren kann und nachdenkt.
00:13:21: Und deshalb ist es mega wichtig, dass wir bei jungen Pferden wirklich sehr, sehr kurze Einheiten machen die ja sozusagen dieser Entwicklung Rechnung tragen oder damit wird die Pärde nicht überfordern und sie ein positives Erlebnis haben und immer mehr lernen sich zu konzentrieren.
00:13:40: Und das entspricht ja auch der körperlichen Entwicklung, also wir können natürlich auf vordem Reiten schon ganz viel mit dem Pferden arbeiten.
00:13:47: Aber auch wenn wir die ersten Reiteinheiten machen, die sollten wir vom Bewegungsapparat einfach sehr kurz noch halten.
00:13:54: Also lieber kurze Sequenzen statt ganz lange Trainings und viele Pausen!
00:14:01: ändert das Gehirn.
00:14:03: Und das finde ich auch super spannend, dass nennt sich auf Schlau Neuroplastizität und es ist wirklich, dass wir so ein bisschen das Gehirnen formen können mit dem womit sich das Gehin beschäftigt.
00:14:17: Das bedeutet auch wenn einem fährt ganz oft Angst erlebt und wahrnimmt und mit Flucht und Abwehr reagiert dann wird das halt zu einer Autobahn auf dieser grünen Wiese von der ich eben gesprochen habe.
00:14:31: Und ja, das kann sich ziemlich tief ins Gehirn einfressen.
00:14:38: Und umgekehrt ist es aber genauso dass wir andere Pfade wirklich stärken können.
00:14:44: und dann zum Beispiel wir können Pferden beibringen hey immer wenn du was siehst von dem du dich fürchtest geh doch mal hin und guckst dir an!
00:14:50: Das lohnt sich in deiner Welt hier bei mir mehr als wenn du weggrenzt.
00:14:54: Um Pferde sind Ja, super lernfähig und die Guggenheit lohnt es sich oder nicht?
00:15:00: Und das ist etwas... diesen Trampelfahrt können wir wirklich auf zu einer achtspurigen Autobahn ausbauen.
00:15:06: Das hilft einem im Notfall extrem wenn die Pferde gelernt haben, sich mit Sachen, die in der Natur vielleicht super gefährlich wären aktiv auseinanderzusetzen und ihre Aufmerksamkeit auch auf uns richten, auch wenn eine potenziell bedrohliche Situation gerade stattfindet!
00:15:24: Und dann gibt es noch eine These von Dr.
00:15:26: Steven Peters und er sagt, mehr Wiederholungen sind nicht automatisch besser.
00:15:32: Also klar die Wiederholung ist so wie Mutter des Lernens und ja das musste ich sehr schmerzhaft auch in meinem Tiermedizinstudium feststellen.
00:15:41: Es reicht nicht wenn man die Sachen einmal anguckt.
00:15:43: nein es braucht mehrere Wiederholen Das ist schon richtig aber es ist nicht Quantität.
00:15:50: Also es ist nicht dreißigmal das Gleiche machen und das bringt dann dreißich mal mehr, sondern wirklich die Qualität.
00:15:57: Und wenn wir das gewünschte Verhalten haben dass es eben lohnenswert ist für dieses Tier, dieses Verhalten zu zeigen und dass es eine Pause bekommen oder eine Möglichkeit dieses erlernte Verhalten wirklich zu implementieren also wirklich wie einzubauen und Sacken zu lassen.
00:16:13: Das heißt, es ist ganz eine gute Idee beispielsweise etwas Neues lernt und gerade einen riesigen Schritt gezeigt hat von dem neuen Verhalten, was wir haben möchten.
00:16:25: Dass wir das Pferd stehen lassen und dass wirklich, wirklich verarbeiten lassen und die Pferde zeigen ja alles so schön!
00:16:32: Die sind ja die Meister der Körpersprache.
00:16:35: ganz oft kommt auch ein Abkauen und wir sehen wirklich fast das Gehirn rauchen und bei manchen Pferden Pängt sogar einen Gänen an, das ist schon sehr extrem.
00:16:45: Aber oftmals kommt wirklich so eine körperliche Reaktion und die sollten wir abwarten.
00:16:50: Und umso öfter man es macht, umso schneller bekommt man diese körperlichen Reaktionen der Regel.
00:16:56: Ja dann hat Herr Pietes noch was gesagt und zwar gibt ja diese zwei Systeme Sympathikos und Parasympathicos.
00:17:03: Das ist ja ein Teil des autonomenerben Systems und Kurzgesagt ist Sympatikos für Fight and Flight, also für Kämpfen und für Fliehen zuständig.
00:17:13: Und der Parasympathikus für Regenerierung!
00:17:17: Das ist unbestritten, das ist einfach so.
00:17:20: Das ist richtig und es braucht beides, das is super wichtig.
00:17:23: Es gibt nicht eins gut und eines schlecht und das ist eben total wichtig auf zu betonen.
00:17:29: Also...das ist wie mit Yin und Yang, das braucht einander.
00:17:34: Er sagt auch im Lernen ist der Sympathikus nicht gleichzusetzen mit schlecht.
00:17:39: Natürlich, wenn der Symphatikus in einer hohen Aktivität ist haben wir mehr Erregung aber wir haben auch mehr Aufmerksamkeit und mehr Explorationen und mehr Lernen.
00:17:52: das heißt Wir brauchen ein gewisses Aufmerksamkeitslevel Und trotzdem genügend Ruhe.
00:17:59: Also das heißt, dass muss gut ausbalanciert sein.
00:18:01: Ich glaube es kennt auch hier mal jeder der schon einen langweiligen Text gelesen hat und ja dann war der Parasympathikus sehr aktiv und wenig Aufmerksamkeit da.
00:18:11: Das heißt wir brauchen schon so... Ja ich würde sagen eine kleine positive Grundspannung die darf mal da sein.
00:18:19: Die darf aber nicht Stress bedeuten!
00:18:21: Und das würde wieder unser Lernen verhindern.
00:18:28: kann man sich regulieren.
00:18:30: Also ein erfahrenes Pferd kann viel schneller wieder in die Ruhe kommen und das heißt, ich kann einen erfahrenen Pferde auch mal in Situationen schicken, die vielleicht ja so bisschen erregender sind und es kommt wieder ganz schnell zu seiner ruhigen Ausgangslage zurück.
00:18:45: Das Junge braucht dafür erst einmal noch viel mehr Unterstützung und Hilfestellung und vielleicht muss es diesen Prozessheit-App deutlich öfter lernen!
00:18:56: Das heißt aber auch, wir sollten nicht jede Erregung vermeiden.
00:19:00: Und das finde ich total wichtig!
00:19:02: Wir sollten Regulation erlernen oder lehren, aber nicht immer die Erregungen vermeiden und das finde ganz, ganz wichtig... ...wir können nicht die Werte vor der Welt abschotten, das geht einfach nicht.
00:19:14: Aber wir können ihnen die Welt zeigen und wir können Ihnen einen Umgang damit zeigen dass sie lernen eine adäquate Reaktion, die im Zusammenleben mit Menschen nötig ist zu zeigen und die halt auch für uns Pferdemenschen.
00:19:27: Und vor allen Dingen für unsere Reiter ganz viel Sicherheit bedeutet.
00:19:30: Ja und ein gutes Training vergrößert die Fähigkeit des Pferdes wird Herausforderungen umzugehen.
00:19:36: ich glaube das überrascht niemanden.
00:19:37: aber es ist wirklich so wenn ein Pferd hundert positive Situation erlebt hat und es passiert noch etwas anderes dann sagt es ja gut.
00:19:45: Die anderen hundert Situationen, die habe ich auch hinbekommen dann werde ich das hier auch schon schaffen.
00:19:50: und das heißt wir setzen im Pferd immer mal wieder neue Reize aus und sie sollten klein sein und immer ein bisschen gesteigert.
00:19:57: aber wenn das Pferde da immer gewagt hat bis jetzt hab' ich ja alles lösen können Dann haben wir gute, gute Chancen dass das Pherd motiviert und aufmerksam mit einem guten Sicherheitsgefühl an die neue Situation rangeht und dann eben lernen kann.
00:20:11: Dann etwas, was ich auch super-super schön wichtig finde.
00:20:15: Das Neugehe und Eigeninitiative neurologisch viel wertvoller sind als bloßes Aushalten.
00:20:22: Bloßes aushalten kann man auch übersetzen mit erlerner Hilflosigkeit – das ist etwas, dass wenn Pferde wirklich merken, ich habe keine Schnitte hier aus dieser Situation rauszukommen, dass die Wiesen ein bisschen gebrochen sind aufgeben und sich der Situation stellen.
00:20:38: Das ist nicht das, was wir wollen.
00:20:41: Also ich hoffe, dass möchte niemand.
00:20:43: Ich finde da fehlt die Verbindung.
00:20:45: Das macht keinen Sinn!
00:20:47: Und wir haben dann diesen, ich hab das Wort vorhin benutzt, diesen toten Soldaten.
00:20:51: Ich finde das nicht anstrebenswert und ich finde es auch ethisch zutiefst verwerflich.
00:20:57: Was der aber im Gegensatz hat wollen ist ein Pferd was neugierig ist, wenn etwas Neues auf dem Reitplatz steht, was dorthin geht und sagt du hörst da nicht hin?
00:21:04: Aber cool gibt's wieder was Neues heute und sag' ich freue mich darauf!
00:21:08: Und Eigeninitiative zeigen darf, auch mal was anbieten darf.
00:21:11: Und damit möchte ich nichts sagen jedes Pferdd darf zu jeder Zeit überall immer entscheiden was es tut.
00:21:17: Aber es gibt auch Situationen, wo Pferde durchaus Paar Schläge machen können und wo wir wirklich mega tolles Verhalten bekommen was man so niemals hätte künstlich hervorrufen können.
00:21:28: Und ich glaube wenn man klare Regeln aufstellt und konsequent ist dann lässt das so viel Raum für eben diese Eigeninitiative zu.
00:21:36: Und das hat für mich nichts mit regellos oder lässelfair zu tun, sondern wirklich innerhalb dieses Ramens und der Grenzen wie klar sind und auch Sicherheit geben.
00:21:47: Dass dort ganz viel Freiraum besteht!
00:21:52: potenziell gefährlichen Sachen annähern kann, anstatt das nur auszuhalten.
00:21:56: Also ich mache mal ein Beispiel da steht was auf dem Reitplatz etwas was flattert und das Pferd hat gelernt hey wenn ich was gruselig finde ich kann mich aber annähern und dann ist es am Ende doch nicht gefährlich dann gibt es im Gehirn eine Ausschüttung z.B.
00:22:10: von Dopamin und das kickt, das macht super glücklich!
00:22:14: Und das ist also ein selbstbestätigendes Verhalten.
00:22:17: Das war's was wir eigentlich immer mehr haben wollen und das brauchen wir beispielsweise einen Viehseitigkeitspferd wenn er aus dem Turnier geht, da stehen lauter fremde Sprünge.
00:22:25: aber das Pferd hat gelernt hey, es lohnt sich da anzupacken und es lohne sich ins vorne zu gehen.
00:22:31: Und das Gegenteil wäre beispielsweise, wenn ich mit der Schermaschine aus Pferd zu gehe und es hat Panik.
00:22:38: Es muss uns einfach aushalten und Pferdd steht da und der Puls ist mega hoch und die Propylen sind aufgerissen.
00:22:43: Das hat einfach gelernt ja, Ich werde verhauen Wenn ich zappel und wenn nichts aushalte lassen sie mich in Ruhe.
00:22:51: Dann habe ich wieder das Pferrd was nicht die Aufmerksamkeit auf uns richtet sich selbst nicht sicher fühlt unmotiviert ist, aber es lässt das über sich ergehen und dass es überhaupt nicht anstremmenswert.
00:23:02: Und es ist auch nicht für die Menschen anstremsfert, weil so ein Pferd kann einfach auch mal aus dem Nichts wieder explodieren, wenn eine gewisse Reitschwelle übertreten worden ist.
00:23:12: Wir sollten uns immer wirklich fragen, wenn Pferde etwas zulassen?
00:23:15: Die sind super gut im Sachen aushalten!
00:23:17: Wahnsinnig gut!
00:23:18: Also wir beschweren uns manchmal was Pferdes nicht tun, aber ich muss sagen... Ich staune oftmals wie anpassungsfähig Werde sind und was sie alles mitmachen.
00:23:28: Also beispielsweise massiver Bewegungsmangel im Winter, uns ist es trotzdem noch graf!
00:23:33: Ich finde das nicht erstaunlich wenn Sie mal einen Bocksprung machen sondern ich finde es erstaundlich dass die noch so gut kooperiert und brav sind obwohl sie mega unter bewegt sind.
00:23:42: Ja deshalb sollten wir auch so Lernsituationen immer so gestalten dass die Pferde wirklich ins vorne gehen können, mitmachen können und dass wir diese Situation so gestalten dass das Pferd das eigentlich nur richtig machen kann.
00:23:54: Ja, das Pferd sollte möglichst oft aktiver Teilnehmer seines Lernprozesses sein und nicht nur reizuempfangen.
00:24:00: Also ich kann natürlich wirklich mein Pferddressieren – und damit meine ich jetzt nicht im Sinne von Dressurreiten, sondern dressieren in dem Sinne ein stumpfer Befehlsempfänger.
00:24:10: wenn ich A sorge dann tu B!
00:24:12: Aber dann hat es keinen Ausdruck keine Freude, keine Motivation und ist es viel schöner wenn die Gewissen Gestaltungsspielraum haben und mit uns interagieren.
00:24:23: Und wenn wir uns wirklich, wirklich tolle Reiterpaare ankommen oder einfach Mensch-Pferdepaare... Dann ist es glaube ich wirklich diese Interaktion und diese Verbindung die uns von außen so fasziniert zuschauen lässt.
00:24:37: Wenn ich Pferdebesitzer habe wo ich das Gefühl hab poch!
00:24:40: Also das ist wie Pott und Deckel.
00:24:45: Was macht das aus, eure Beziehung?
00:24:47: Was ist bei euch so besonders?
00:24:48: Dann ist es wirklich eine riesige Wertschätzung dem Pferd gegenüber und ich glaube, dass es die Grundvoraussetzung des Pferdes auf Zurückspiegeln kann.
00:24:58: Also... Die Pferde wollen mit uns!
00:25:00: Wir haben sie so fest auf Kooperation gezüchtet.
00:25:04: Es gibt so viele Dinge wirklich dementsprechend was Pferde tun.
00:25:09: Ich bin beispielsweise nicht der Meinung, dass es Tierquäderei ist wenn Pferden über einen Sprung gehen.
00:25:15: ich habe ein Buschpferd bekommen, aber ich bin selber gar nicht vielseitigkeitsbreiterin und mein Pferd muss sich aktiv von Sachen weg reiten weil die einfach anzieht und die springt.
00:25:28: alles Alles, alles, die stellt nie eine Frage.
00:25:31: Und da ist so viel intrinsische Motivation und wenn mir jemand sagt springen wir es per sehtierquälerei kann ich das absolut nicht unterschreiben.
00:25:39: aber wir müssen wirklich immer wieder drauf schauen wofür ist das Pferd gemacht?
00:25:43: Was kann es?
00:25:44: Ist es von der Entwicklung soweit?
00:25:46: Es ist körperlich soweite!
00:25:48: Und wenn es das Verhalten nicht zeigt was steht dem im Wege?
00:25:52: Das ist oftmals Detektivarbeit Aber sagen wir mal so öfter am Menschen als am Pferd.
00:26:00: Ich glaube, das kann man relativ oft so sagen und leicht dann auch so zusammenfassend am Ende stehen lassen.
00:26:07: Wenn ihr mir dazu noch ein paar Kommentare schicken wollt, macht es gerne!
00:26:11: Wenn ihr's noch nicht gemacht habt, abonniert doch gerne den Podcast – das wäre mir ganz viel wert.
00:26:17: Und in der nächsten Folge geht es darum wie Tiere lernen um die Lerntheorie, die auch erstmal super theoretisch klingt aber eigentlich ultra spannend ist und die wirklich jeder Tierbesitzer kennen sollte, weil danach kann man die Welt nicht mehr betrachten.
00:26:36: Wie vorher?
00:26:37: Weil man alles in verschiedene Kategorien einteilt und sich viel mehr Gedanken darum macht wie bekomme ich das gewünschtehalten des Tieres oder wann hat es gelernt und warum?
00:26:49: denn?
00:26:49: eins ist gewiss Tiere lernen immer Allerdings nicht immer das, was wir uns vorher ausgedacht haben.
00:26:59: Dann gilt es, das Setting zu überprüfen.
00:27:01: – in diesem Sinne eine gute Zeit und bis zum nächsten Mal!
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